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Jeder kann Helfen

"Jeder kann Helfen - Ihre Feuerwehr!". Unter diesem Motto stand die diesjährige Feuerwehraktionswoche des Landesfeuerwehrverbandes Bayern, welche sich speziell mit dem Thema Mitgliedergewinnung bzw. Mitgliederbegeisterung beschäftigt. Demografische Entwicklung, eine sich ändernde Gesellschaft, Personalsituation und Personalstärke, Tagesalarmsicherheit - Alles Themen und Probleme, mit denen die Feuerwehren heutzutage zu kämpfen haben. Zwar versucht man mit gezielter Ausbildung in den vielen Jugendfeuerwehren Jugendliche an den Feuerwehrdienst langsam heranzuführen und so diese Probleme zu lösen, jedoch gehen die Mitgliederzahlen weiter zurück. Deshalb versuchen die Feuerwehren besonders im Rahmen dieser Feuerwehraktionswoche die Bürgerinnen und Bürger auf das freiwillige und ehrenamtliche Engagement hinzuweisen und Sie für dieses zu gewinnen.

Aus diesem Grund fanden auch traditionell bayernweit viele Aktionen und Übungen statt. Auch im Bereich Wemding wurden deshalb zwei große Übungen durchgeführt.

So wurde ein Brand bei der Firma Behringer angenommen, zu dem neben der Freiwilligen Feuerwehr Wemding auch die Feuerwehren aus Amerbach, Gosheim, Huisheim und Wolferstadt per Sirene alarmiert worden waren. Daraufhin rückten ca. 150 Feuerwehrleute mit ihren Fahrzeugen zum Übungsobjekt an und bekamen dort von Einsatzleiter Helmut Kopp ihre Aufgaben zugeteilt. Neben der Personenrettung, bei der 12 Trupps mit Atemschutzgeräten aus allen Feuerwehren zum Einsatz kamen, stand bei der Übung die Sicherung der Gefahrstoffe, wie z.B. eine Vielzahl von Gasflaschen, im Vordergrund des Geschehens. So musste man beispielsweise die mit Acetylen gefüllten Flaschen weiterhin kühlen und somit einer Explosion vorbeugen, obwohl sie bereits aus der Firmenhalle geborgen worden waren. Sicherlich spielte bei der Übung aber auch die Löschwasserversorgung eine große Rolle, weswegen man auch das Hydrantennetz im Wemdinger Industriegebiet sowie die vorhandenen Löschwasserzisternen großzügig nutzen musste.

Eine weitere Großübung fand auch am Asbacher Hof in der Gemeinde Fünfstetten statt. Diesmal wurden neben den Feuerwehren aus Fünfstetten, Nußbühl-Heidmersbrunn, Otting und Wemding auch die Feuerwehren aus Flotzheim, Itzing, Kölburg und Monheim alarmiert. Insgesamt waren somit an die 200 Feuerwehrfrauen und -männer an der Übung beteilig. Wie man schon von verschiedenen Einsätzen am Bahndamm im Bereich des Asbacher Hofs weiß, ist die Wasserversorgung der entscheidende Punkt bei Bränden in dieser Gegend, denn die nächste adäquate Wasserquelle liegt im 1 km entfernten Fünfstettener Ortsteil Nußbühl. Deshalb galt es im Rahmen dieser Übung eine Wasserversorgung mit Hilfe von zwei langen Schlauchstrecken über diese Entfernung aufzubauen. Während deshalb die Feuerwehren aus Fünfstetten, Kölburg und Itzing die erste und die Feuerwehren aus Otting, Flotzheim und z.T. die Feuerwehr Monheim die zweite lange Schlauchstrecke legten, wurde versucht die Wasserversorgung inzwischen mit Hilfe eines Pendelverkehrs der Tanklöschfahrzeuge aus Monheim und Wemding zu gewährleisten und die Feuerwehr Nußbühl-Heidmersbrunn sowie ihre Kameraden aus Monheim und Wemding am Übungsobjekt zu versorgen. Ein weiteres Scenario im Rahmen dieser Übung war jeweils eine Person aus einem tiefen Schacht im Erdboden sowie von einer höher gelegenen Plattform zu retten. Dabei kamen auch die Wemdinger Drehleiter sowie die Schleifkorbtrage der Monheimer Kameraden zum Einsatz mit deren Hilfe die Personen schnell gerettet werden konnten. Auch mussten die Feuerwehrleute mehr oder weniger unfreiwillig Erste-Hilfe leisten, als einer ihrer Kameraden unter Atemschutz von einer Leiter stürzte. Nachdem der Feuerwehrmann mit dem Rettungswagen ins Donauwörther Krankenhaus gebracht wurde, musste er schließlich dort über Nacht zur Beobachtung bleiben. Nach der Übung schließlich konnten Kreisbrandmeister Bernhard Mayer (Bereich Wemding) sowie sein Kollege Kreisbrandmeister Günther Buchberger (Bereich Monheim) in einer kleinen Nachbesprechung den Feuerwehren nur ein großes Lob aussprechen. Auch Kreisbrandinspektor Rudolf Mieling, der die Übung ebenfalls verfolgte, zeigte sich mit den Leistungen der Feuerwehren zufrieden. Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Feuerwehren funktionierte sehr gut, besonders wenn man bedenkt, dass sich das vermeintliche Einsatzareal über mehrere Kilometer erstreckte. Nicht zuletzt bedankte sich noch der Wemdinger Kommandant bei den Ersthelfern, die ihren Kameraden so fachmännisch versorgten. Ganz nach dem Motto: "Jeder kann Helfen".



Circa 150 Feuerwehrmänner probten den Ernstfall auf dem Gelände der Firma Behringer im Wemdinger Industriegebiet


Persohnenrettung über die Drehleiter am Ansbacherhof





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